




München ist die Zahnärzte-Stadt. Zahnärzte mit ihren gemütlichen Berufen, gutaussehenden Zahnarzthelferinnen, ihren schnittigen Autos und ihren Großeltern, die auch schon Zahnärzte waren. Ich bin mir sicher, 65% der Münchner Einwohner, wenn nicht sogar mehr, sind Zahnärzte.
Ich steige ein, U2 hat sie gesagt. Die U-Bahnfahrerin pampt etwas durch den Lautsprecher, ob irgendjemand die Möglichkeit sehe, die hintere Tür nicht weiter zu blockieren. Die restlichen 35% sind vielleicht pampige U-Bahnfahrerinnen. Die soziale Schere geht weit auseinander in München.
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Eine Frau im Pelzmantel drückt sich an mir vorbei nach draußen, dabei möchte ich doch auch aussteigen. Vielleicht hat sie es eilig, entschuldige ich sie, vielleicht ist sie spät dran und hat einen Zahnarzttermin. 65% Zahnärzte, 15% pampige U-Bahnfahrerinnen, 10% haben gerade einen Zahnarzttermin.
Ich steige aus, Elena wartet schon und galoppiert auf mich zu.
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„Willst du nicht lieber bei mir wohnen?“, fragt Elena und rührt in ihrem Kaffee. Am Tisch nebenan zankt ein junges Liebespaar. „Ich weiß ja nicht, bei deiner Tante?“
„Sie kochte jeden Abend“, sage ich, wende den Blick dabei nicht vom Nachbartisch.
„Ich wohne hier doch viel zentraler, hast du nicht Lust mal feiern zu gehen? Party? Wo wohnt sie überhaupt?“
„Olching.“
„Das ist ja…“
„Heute gibt’s Spinat-Spaghetti.“
Elena zuckt mit den Schultern.
„Naja, ich habe heute gegen später sowieso noch ein… Treffen.“
„Ein Date?“, ich drehe ihr wieder den Kopf zu.
„Naja, ja, vielleicht. Ein Student, hab ihn letzte Woche kennen gelernt.“
„Was studiert er denn? Zahnmedizin?“
„Jura.“
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Elena hat mich bis zur Bahn begleitet, jetzt sitzen wir hier und warten auf die U2. Ich habe meine Tabaktasche rausgekramt und fange an zu drehen. Eine Frau im Pelzmantel, aber nicht dieselbe, dreht sich um und schaut böse.
„Hier darf man nicht rauchen“, flüstert Elena.
„Ich weiß doch“, flüstere ich zurück.
Elena sagt nichts mehr, wahrscheinlich ist sie doch ganz froh darüber, dass ich zurück zu meiner Tante fahre.
„Ich hab mir da was überlegt. 65% aller Münchner sind bestimmt Zahnärzte.“ Elena verzieht ihr Gesicht. „15% sind pampige U-Bahnfahrerinnen und 10% haben gerade einen Zahnarzttermin.“
„Das ergibt doch gar keinen Sinn, Rebecca. Zahnärzte könnten sich doch gar nicht finanzieren, wenn auf 65 Ärzte gerade mal 10 Patienten kommen würden.“
oh, der egon ist ein feiner.
AntwortenLöschenegon schiele der beste! :D geilo!
AntwortenLöschenDas ist ein ehemaliges Krankenhaus, was seit ca. 10 Jahren leersteht, ein paar Busstationen von meiner neuen Wohnung entfernt. Meine Mutter wurde dort geboren und war auch da, als sie schwanger war, zu einer Vorlesung. Ich hab das aber relativ zufällig im Internet entdeckt und mich verliebt, als ich da war ;-)
AntwortenLöschenhttp://www.modernruins.de/index.php?option=com_content&view=article&id=144&Itemid=237
http://www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/bezirk/lexikon/siechenhaus.html